Realer Wein und virtuelle Welten

Realer Wein und virtuelle Welten

Filmshooting für ein hybrides Event nächste Woche – eine Verbindung aus Vorort-Veranstaltung und Webinar. Unglaublich, wie COVID unsere Kommunikation in den vergangenen Monaten verändert hat. 

Spannend ist die Verbindung aus Online und Offline jetzt in den Zeiten der COVID Lockerungen. Das gilt auch für Wein. Und doch bin ich froh, dass wir uns alle wieder treffen können. Denn Wein eröffnet eine emotionale und soziale Dimension, die sich nicht digital abbilden läßt. Deshalb liebe ich auch Weine, die Zeit brauchen, die fordern und uns zum Nachdenken und zum miteinander reden bringen.  

Deshalb habe ich heute den Roxanich Antica 2011 zum Wein des Tages gemacht.  Ich habe die Weine  des Kroaten Mladen Rozanic zum ersten Mal vor einigen Jahren in Wien verkostet. Der kroatische Winzer setzt vor allem auf eines: Zeit. Der Malvasia Antica stammt zu 100 Prozent aus der autochthonen Traubensorte Malvasia Istriana. Er lag zunächst sechs Monate auf den Schalen, bevor er für weitere sechs Jahre in großen Holzfässern reifte. Erst danach gelangte er, ohne Filtration in den Verkauf. 

Das Ergebnis ist ein fast bernsteinfarbiger Wein, der mich vor allem im Hinblick auf seine Textur fasziniert. Frisch mit deutlichem Tanningrip – fast wie bei einem Rotwein – am Gaumen. Dazu zeigt er eine unglaubliche Dichte und ein komplexes Aromenspektrum: Aprikose, Mandeln, frische Erde, getrocknete gelbe und rote Apfelschalen, Wiesenblumen und Kamille. Am Gaumen kommen  noch Sherry, Weinblätter und schwarzer Tee hinzu. 

Ein Wein der Zeit und Luft zum Atmen braucht. Und natürlich ein großes Glas. 

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