Kremstal, Kamptal, Wachau

Kremstal, Kamptal, Wachau

Heute geht es zurück in die Wachau, um die verschiedenen Ausprägungen der Wachauer, Kremstaler und Kamptaler Rieslinge besser zu verstehen.

Generell kann der Riesling leichter mit Wasserstress umgehen und wird auf den nicht so tiefgründigen Böden in den oberen Lagen der Weinberge gepflanzt. Grüner Veltliner, der in fruchtbaren Lagen gut gedeiht und einen Wasserüberschuss besser verkraften kann, wird im mittleren und unteren Teil der Hänge gepflanzt. 

Roman Horwarth MW von der Domäne Wachau zeigte einen interessanten Vergleich zwischen dem Singerriedel im kühleren Westteil der Wachau und der Lage Achleiten im wärmeren Ostteil. Hier wirkt sich das pannonische Klima deutlicher aus. Der 2018er Riesling Singerriedel Smaragd spiegelt diesen Unterschied wider – auch in diesem warmen Jahrgang: Geradlinig, präzise, zitronig-apfelaromatisch mit einem eleganten steinig-mineralischen Abgang. Die Weine vom Achleiten zeigten  reiferen Pfirsich, Kräuternoten mit insgesamt festerer Struktur. 

Ein Blick in die Vergangenheit lieferte der 1995er Riesling Ried Loibenberg Reserve Smaragd – getrocknete Orangenschale, Quitte, gelber Apfel mit viel Honig und Wachs. Intensiv und lang. 

Franz Hirtzberger kommentierte den Einfluss von Lese und Jahrgang. Der Produzent sucht nach maximaler Reife. Ich persönlich mag diesen Stil, besonders in Kombination mit Essen. Der 2013er Singerriedel Riesling Smaragd bestach durch seine herrlich honigartigen, wachsigen und bittersüßen Noten. Hinzu kommt Pfirsich und ein herzhafter, röstiger Abgang.
Martin Nigl aus Senftenberg im Kremstal präsentierte ein ansprechendes Riesling-Trio vom Ried Goldberg. Mein persönlicher Favorit war der Jahrgang 2019. Er war konzentrierter und zugleich fokussierter als der 2018. 

Fred Loimer aus dem Kamptal hatte drei Rieslinge vom Ried Heiligenstein dabei. Obwohl es eine der wärmsten Lagen im Kamptal ist, stehen selbst die warmen 2018 und 2017 Jahrgänge elegant und präzise mit lebendiger Säure und einem charakteristischen rauchigen Abgang im Glas. Der 2013 hat sich wunderbar entwickelt mit würzigem, ausgewogenem Quitten-, Honig- und Röstaroma.