Wein, Küchenmeister und Bocksbeutel

Wein, Küchenmeister und Bocksbeutel

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Nach einem ausgiebigen Trail mit dem Mountainbike brauche ich etwas erfrischendes in meinem Glas. Der Wein des Tages kommt aus Franken, wo ich geboren bin. Der Rödelseer Küchenmeister 2017 vom weingut  Weltner ist ein erfrischender Silvaner. Ich mag die Paradesorte meiner fränkischen Heimat vor allem, wenn die Reben auf den charakteristischen Gipskeuper-Böden wachsen. Der hohe Kalkanteil gibt Eleganz und Präzision. Das gilt auch für den Wein der Weltners. Frisch, Limette, mit einem wunderbaren mineralischem Schmelz im Finish. Die Lage Küchenmeister wurde 1360 erstmals erwähnt. Der Name geht auf die Adelsfamilie der Küchenmeister zurück, die damals im Ort gelebt haben

Historisch ist auch die Flaschenform. Die Bocksbeutelflasche wurde erstmals Mitte des 17. Jahrhunderts in Urkunden erwähnt. 1728 wurde die Bocksbeutelflasche vom Würzburger Stadtrat für die besonderen Stein-Lagen der Stadt reserviert. Die Flasche mit ihrem charakteristischen Siegel war eines der ersten offiziellen Gütezeichen für diese Weine und sollte Betrug vorbeugen. Den Namen Bocksbeutel und die Flaschenform führen viele auf den Hodensack  des Ziegenbocks zurück. Andere führen ihn auf die alten Lederflaschen der Pilger und Söldner zurück. Eine dritte Deutung das niederdeutsche Wort „booksbüdel“, was soviel wie Bücherbeutel bedeutet. 

Wie auch immer. Ich mag die Flaschenform, auch wenn sie heute etwas aus der Zeit gefallen wirkt.