Inspirierende Bücher
Thomas Curtius MW

Inspirierende Bücher

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Ich liebe Bücher. Immer und jederzeit und in jeder Form. Romane, Poesie, Sachbücher, Fachbücher. Inspirierende Bücher zum Studieren, zum Entspannen und zur Unterhaltung. Am liebsten gedruckt aber auch digital. Das war schon immer so. Bücher haben mich inspiriert und mir neue Welten erschlossen. Mit Wernher von Braun bin ich zum Mond geflogen, mit Roald Amundsen habe ich mich durch das Eis des Südpols gekämpft und mit Jim Knopf habe ich die Wilde Dreizehn besiegt.

Inspirierende Bücher sind immer im Gepäck dabei

Egal für welche meiner zahlreichen Reisen ich heutzutage meinen Koffer packe, zumindest ein Buch ist immer dabei. Ein gutes Buch ist für mich ein guter Freund. Er begleitet mich, fordert mich und lässt mich irgendwie nie im Stich. Bücher haben meinen Weg zum Master of Wine entscheidend geprägt. Und das waren nicht nur Fachbücher. Das ist auch meine klare Empfehlung für alle Studenten. Ob für den Master of Wine oder für jedes andere Studium. Lest neben den Wein-Fachbüchern möglichst auch andere Literatur. Über die Dinge, die Euch interessieren, zum Denken anregen und motivieren.

Meine ganz persönliche Auswahl sieben inspirierender Bücher

Dieser Ausgleich war auch für mich als Master of Wine Student immer entscheidend. Um meinen vollen Kopf freizubekommen, habe ich ihn immer mit Inspirierendem gefüttert. Hier meine ganz persönliche Auswahl von sieben Büchern, die mich bis heute inspirieren. Die Reihenfolge ist dabei nicht ausschlaggebend, dafür sind sie viel zu unterschiedlich.

Der “World Atlas of Wine” von Hugh Johnson war mein erstes Weinbuch, das ich mir gekauft habe. Es hat mir die Tür zu den Weinregionen der Welt geöffnet. Heute besitze ich mehr als acht Exemplare in verschiedenen Sprachen und Aufmachungen. Die Bücher spiegeln in Umfang, Formulierungen und Schwerpunkten faszinierend die Veränderungen unserer Weinwelt wider. So finden sich in der Ausgabe von 1972 beispielsweise jeweils lediglich zwei Seiten über Australien und Südamerika.

Das Taschenbuch “Thinking Fast and Slow” von Daniel Kahnemann hat überhaupt nichts mit der Fachthematik Wein zu tun. Es fasst vielmehr die Bewusstseinsforschung von Daniel Kahnemann und Amos Tversky zusammen. Beide gehen von zwei grundlegenden Arten des menschlichen Denkens aus – dem schnellen intuitiven Denken und dem langsameren reflektieren und logischem Denken. Beide Denkmuster führen oft zu unterschiedlichen Schlüssen. Diese Erkenntnis hat mir immer wieder geholfen, eigene Entscheidungen und Denkreflexe zu hinterfragen.

In ähnlicher Weise hat mich „Exponential Organizations“ von Salim Ismail inspiriert. Es ist ein faszinierendes Buch darüber, was auf exponentiellem Denken aufgebaute Organisationen und Geschäftsmodelle so erfolgreich machen kann. Auch wenn einiges im Buch sehr kurz und manchmal arg verkürzt dargestellt wird: Ich finde den Ansatz spannend, wie man Unternehmen in unserem digitalen Zeitalter führt, das vielfach nicht mehr linearen sondern exponentiellen Gesetzmäßigkeiten folgt.

David Goggins´ „Can’t Hurt Me“ hat mir in der letzten Phase meiner Abschlussarbeit zum Master of Wine einen Motivationsschub gegeben. Der Ex-Navy Seal David Goggings beschreibt darin sehr anschaulich, wie er sich nach einer alptraumhaften Kindheit mit Disziplin und Fokus in eine Ikone des US Militärs gewandelt hat – zum einzigen Soldaten, der jemals alle Elite-Ausbildungen zum Navy Seal, zum Army Ranger und zum Air Force Tactical Air Controller abgeschlossen hat. Er zeigt anschaulich auf, warum wir alle nur 40 Prozent unserer Fähigkeiten nutzen.

Ich war schon immer ein politisch und geschichtlich interessierter Mensch. Deshalb habe ich politische Geschichte, Ökonomie und Kommunikation studiert. Und auch meine Leidenschaft für Wein hat damit zu tun, dass er wie kein anderes Getränk für mich auch immer die sozialen, politischen und gesellschaftlichen Bedingungen seiner Zeit widerspiegelt. Einer der es exzellent versteht, Wein, Ökonomie und Politik in Beziehung zu setzen, ist für mich der emeritierte Ökonomieprofessor Mike Veseth, der auch den exzellenten Wineoconomist Blog verfasst. Sein Buch „Wine Wars“ habe ich während meines Studiums viele Male in die Hand genommen. Auch wenn es inzwischen nicht mehr ganz aktuell ist, lohnt sich der Blick in dieses Standardwerk.

Einfach wunderbar ist „Die Brücke über die Drina“ von Ivo Andric. Wie ein Brückenbogen spannt sich der Roman des jugoslawischen Literatur-Nobelpreisträgers über die Jahrhunderte hinweg von der Osmanischen Besatzung des Landes bis zum Ersten Weltkrieg. Schnörkellos aber mit einer unglaublich intensiven Bildergewalt beschreibt er die Geschehnisse rund um eine Brücke in Bosnien. Dieses Buch begleitet mich seit fast 30 Jahren. Ich habe es zum ersten Mal gelesen als ich als Journalist über den Jugoslawien-Krieg und seine Hintergründe berichtet habe. Und gerade heute hat es wieder an Aktualität gewonnen. In unserer Zeit, in der Brücken nicht mehr nur verbinden, sondern auch wieder trennen.

Schon in der Schule hat mich William Goldings´ Parabel „Lord of the Flies“ fasziniert und zugleich entsetzt. Wie kaum ein anderes Buch führt es dem Leser vor, wie gefährlich dünn und zerbrechlich die Schicht von Kultur, Erziehung und Bildung des Menschen ist. Und wie schnell sich das buchstäblich das Unmenschliche Bann brechen kann. Auch das scheint mir leider aktueller denn je.